Voll wütend! – Ganzer Tag im Eimer?
Und mal wieder kam der "darüber will ich bloggen"-Kick aus dem TextTreff. Sinngemäß: "Ich hab mich – eigentlich über Kleinigkeiten – so geärgert, dass ich jetzt auf 180 bin, mich überhaupt nicht mehr konzentrieren kann und voll auf Krawall gebürstet bin. Mist. Hab aber keine Lust, mir den ganzen Tag versauen zu lassen. Will ich nicht. Und nu? Wie komm ich da wieder raus?"
Ist ja auch nervig. Und macht unproduktiv. Und unfröhlich. Und alles. Bäh.
(Wobei Charlie Brown das ja völlig anders sieht)
Also haben wir mal wieder im eigenen Erfahrungsschatz gegraben, den Küchenpsychologie-Modus angeknipst und Tipps gesammelt zum Thema:
Grantig sein und keinen Spaß dabei
Ich geb mal sinngemäß wieder, was dabei rauskam:
- Aussitzen. Abwarten. Legt sich von allein wieder. Granteln gehört zum Leben. Nicht unterdücken (das empfiehlt Dunja)
- Raussteigern statt reinsteigern. 'Ne Glosse drüber schreiben (hey, wir sind Texterinnen) oder sich einfach mal neben sich stellen und ob des Unverhältnisses zwischen Ursache und Wirkung sich über sich selbst ein bisschen lustig machen.
- Frische Luft und Bewegung (Männer geh'n an so ner Stelle ja Holz hacken). Um den See joggen oder einfach rausgehen, Nachbarhunde treffen, plaudern. Motto: Und nun zu etwas völlig anderem. Und das bitte mit viel Sauerstoff.
- Sich richtig auskotzen: Ich mach sowas in 'ner Nörgeldatei. Und ihr glaubt gar nicht, wie reichhaltig das meinige Schimpfwortrepertoire ist… Rückenschonendes Kopfholzhacken halt. Hat unglaublich karthatische Wirkung… Alternative mit demselben Hintergrund: Einem gut befreundeten Menschen – oder Netzwerk;-) – den Ärger vor die Füße dotzen. Danach geht's einem dann allein dadurch schon meistens viel besser.
- Schreien. Sagt Birgit. Die wohl extrem tolerante Nachbarn hat oder mitten im Wald wohnt ;-) Der Effekt ist aber wohl ähnlich wie das schon erwähnte Holzhacken oder beim Punkt darüber.
- Mit leuchtenden Farben umgeben: Zieh dir eine knallgelbe Bluse an, kuschel dich in eine orangefarbene Decke oder mal dir die Lippen knallrot an (hey, das können auch die Kerle mal machen, dann krieg ich beim Angucken wieder gute Laune), denn die warmen Töne der Farbskala (Rot, Gelb, Orange) aktivieren Hirnregionen, in denen Farben in positive Impulse umgewandelt werden. Dadurch schüttet der Körper Gute-Laune-Substanzen wie Dopamin aus.
- Was Niedliches anschauen. Was gibt es niedlicheres als Babys, ob Mensch oder Tier? Z. B. bei cutethingsfallingasleep oder cutethingslaughing.
- Künstlich lächeln: Es klingt merkwürdig, aber es hilft wirklich: Stell dich vor den Spiegel und lächel dich fünf Minuten an. Mal schüchtern, mal übermütig – es hilft: Das Gehirn interpretiert das falsche als echtes Lächeln und schüttet entsprechende Botenstoffe auf. Und auf einmal wird das Lächeln echt. Das Prinzip (Anti-Charlie-Brown-Prinzip) klappt übrigens auch, wenn man nicht nur vor dem Spiegel lächelt, sondern mit (demselben) künstlichen Lächeln eine richtig nette Mail oder einen lieben Brief schreibt. Dann hat man wenigstens auf seinem self-therapeutischem Weg gleich noch jemandem eine Freude gemacht. Es sollte allerdings nicht derjenige sein, der den Wutausbruch-Auslöser gab sonder jemand ganz anderes.
- Gute-Laune-Punkt massieren: Akupressur wirkt Wunder! Lege eine Fingerkuppe auf den Punkt unter der Nase, direkt über der Oberlippenmitte. Zwei Minuten mit mittlerem Druck massieren. Dabei tief und gleichmäßig atmen. Das stimmt fröhlich und motiviert.
- Was mir auch hilft: Demjenigen, auf den ich zornig bin, "schalom" (hebr. Frieden) wünschen und zwar so aufrichtig wie möglich. Wenn das gelingt, kann man gar nicht mehr dolle zornig auf jemanden sein.
Fuh, jetzt krieg ich aber 'n Fleißbienchen ins Blog ;-).
Und, was macht ihr, wenn ihr euch richtig, richtig geärgert habt über einen Telekommunikationsanbieter, Handwerker, Nachbarn, plöden Autofahrer, Vordrängler oder sonst irgendwen – eigentlich wegen fast nix aber trotzdem tüchtig geärgert habt?



26. Mai. 2009 



























*Fleißbildchenrauskram*
*Rückseiteabschleck* ;-)
*aufkleb* ;-)))
Da ich diejenige welche war … ;-) – darf ich vermelden, dass es mir …
… nach dem Ausformulieren meiner negativen Stimmungslage und den daraufhin eingehenden virtuellen Kopfstreichlern und Tipps deutlich besser …
… nach dem Eintreffen eines Angebotes, mir schnell (ganz und gar nicht virtuell) einen Eisbecher als Stimmungsaufheller vorbeizubringen, noch sehr viel besser …
… schließlich nach einer lauwarmen Dusche (allerdings schon am frühen Abend) definitiv wieder gut ging!
Alle drei Maßnahmen also sehr wirkungsvoll und zur Nachahmung empfohlen!
Sonnige Grüße aus Oberbayern
Michaela
Was ich mache, wenn ich mich richtig über andere ärgere? Ich ärgere mich richtig über mich… Doppelter Ärger, doppelter Spaß ;-)
gggg
…stehen Peanuts Comics jetzt unter einer freien Lizenz? Wenn nicht, wie teuer ist die Veröffentlichung in deinem Blog?