Die Diva 'Kreativität' vom Sockel gezupft: Der Imperator im Damensattel
Ich war/bin ja schon Fan von Wie man Aufträge angelt und mit Fischen spricht. Eins der tollsten Bücher zum Thema Selbstmarketing und Akquise. Immer auf'n Punkt, ziiieeemlich auf'n Punkt. Und machbar – in der eigenen Praxis, meine ich.
Und Klasse, richtig Klasse geschrieben. Schreiben kann er nämlich, der Volker Remy. Na ja, hat er ja auch gelernt als Werbetexter. Aber er ist schon ein exorbitant guter Texter. Und kreativer Spinner – im besten Sinn dieses Urteils. Malt Bilder mit seinen Worten, dass man sich fragt, warum man das nicht selbst so und immer schon so formuliert hat. Und dass sofort Kopfkino und "aha, kapiert"-Klicks passieren. Und dass man oft schmunzeln, manchmal laut lachen muss.
Das Buch empfehle ich übrigens wärmstens nach wie vor jedem Selbstständigen. Ist immer noch genauso aktuell wie bei seinem Erscheinen 2007. Ein richtig, richtig gutes Sachbuch. Ist auch so aufgemacht wie Ratgeber halt aussehen. Schon die Form die Titels, der mit "Wie Sie…" beginnt, unterstreicht das.
Jau, soweit zur etwas weitschweifigen Erklärung, warum ich mich auf Herrn Remys neues Sachbuch richtig gefreut hab. Mein erster Gedanke, als ich Der Imperator im Damensattel dann in der Hand hielt, war: "Huch, kein Sachbuch?" Mein zweiter nach dem Aufschlagen: "Aaaaaha… und nun zu etwas völlig anderem…".
Dieser Eindruck blieb auch noch ein bisschen Blättern lang bestehen. Nix Business-Ratgeber: Neonpink-farbene Headlines und Illus, Doppelseiten mit teilweise gerade mal insgesamt 6 Zeilen Text, kommt insgesamt ziieemlich schräg aufgemacht daher.
Mein dritter Gedanke, nee, es war eher eine Befürchtung, initiiert durch die Kürze mancher Textpassagen: "Nee, ne, er hat jetzt nicht das Sammelsurium seiner – zugegebener Maßen großartigen – Tweets zusammengekloppt zu einem Buch? DAS würde Remy doch nicht tun, oder?"
Fuh, hat er NICHT. Diese Befürchtung ad absurdum zu führen, dauerte nur wenige Zeilen tatsächlichen Lesens.
Ein bisschen länger brauchte ich zu der Erkenntnis: Es ist doch ein Sachbuch. Siehst ganz anders aus und das Lesen fühlt sich ganz anders an, als meine Gewohnheits-Komfortzone das erwartet hätte, aber genau das ist ja auch nötig, um die Dame 'Kreativität' zu wecken: Aus der Gewohnheits-Komfortzone herauskatapultiert zu werden. Und schließlich ist genau sie Thema des Buches: Die scheinbar spröde Diva Kreativität.
Der Imperator im Damensattel appelliert, motiviert, drängelt, die eigene Kreativität laufen zu lassen. Er gibt praktische Tipps für den (Agentur-) Alltag und bietet Aufgaben, die eigene Kreativität zu schulen.
So scheinbar überschaubar das Buch ist: 110 Seiten im kleiner-als-ein-Taschenbuch-Format – sehr praktisch für unterwegs ;-) – bei seehr luftigem Satz:
Es einmal durchzuschmökern dauert für fixe LeserInnen, na, ne bummelige Stunde.
Es wirklich zu lesen und annähernd alles zwischen den Zeilen verstanden zu haben, braucht mindestens 3 bis 4 sehr sorgsame Durchgänge.
Und um all das halbwegs konsequent in die Praxis umzusetzen, kann man mal gepflegt den Rest seines Lebens einplanen.
Fazit: Ein ganz wundergroßartiges Buch.



28. Okt. 2009 


























Liebe Elke Fleing,
was soll ich sagen?! Danke sowieso, aber du hast mir mit deinen Worten Seiten des neuen Buchs gezeigt, die mir die Augen öffnen.
Beste Grüße, Volker Remy
p.s. Dein Blog gehört auf jede Branchen-Blogroll. Kompliment für die Tiefe und das Spektrum.