Schick, schick, ab 2010 erhöht der Staat die Bildungsprämie.
Unter bestimmten Voraussetzungen gibt's maximal 500,00 Euro pro Jahr dazu.
Weil das mit den Zuschüssen aber ganz schön verwirrend ist und ich euch nichts Falsches erzählen will, hab ich mir mal fachfräuischen Rat eingeholt. Heike Neidhardt ist die Expertin meiner Wahl.
Sie hat vor ihrer Elternzeit selbst in einer Beratungsstelle die Bildungs-Schecks ausgegeben und kennt sich richtig gut aus. Und sie ist auch die Autorin des ausgezeichneten Artikels
Lesen! Steckt ja bares Geld für euch dahinter.
Fragen, die mir trotz des Artikels aufkamen und Heikes Antworten:
Sind Bildungsscheck und Bildungsprämie das gleiche?
Nein. Das sind zwei völlig unterschiedliche Förderinstrumente:
Den Bildungsscheck gibt es nur in NRW, die maximale Fördersumme beträgt 500 €. Um einen Bildungsscheck erhalten zu können, muss eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden. Näheres könnt ihr bei Bildungsscheck.de nachlesen.
Und die Bildungsprämie, das ist ein ganz neues Förderinstrument, oder?
Nein, die Bildungsprämie, oder genauer: den Prämiengutschein, gibt es schon länger. Ab 1.1.2010 ändern sich nur die Fördervoraussetzungen.
Schon immer ist die Bildungsprämie ein bundesweites Förderinstrument, die Bedingungen findet ihr bei bildungsprämie.info. Oder auch in meinem akademie.de-Artikel, den du ja schon erwähnt hast.
Was gilt denn bisher? Sag uns mal die wichtigsten Stichworte, bitte:
Empfangsberechtigt sind grundsätzlich die, die unter 20.000 € Jahreseinkommen haben, bei gemeinsamer Veranlagung mit ihrem Lebenspartner das Doppelte. Maximal kann man pro Jahr 154.- € als Förderbetrag bekommen. Aber auch hier gelten einige weitere Bedingungen, die ich nicht alle aufführen kann. Im Einzelfall also immer nachlesen!
Geht denn da für 2009 noch was?
Unwahrscheinlich, weil wohl die meisten Beratungsstellen zwischen den Jahren geschlossen haben. Und ihr müsst ja den Prämiengutschein noch 2009 bewilligt bekommen.
Aber theoretisch schon. Denn falls es euch gelingt, 2009 noch einen Gutschein zu bekommen, könnt ihr euch damit noch eine Weiterbildungsmaßnahme bezuschussen lassen, zu der ihr euch bis März 2010 anmeldet. Denn der Gutschein gilt drei Monate lang.
Hey, das heißt ja, dass sich eventuelle Teilnehmer mit etwas Glück auch noch meinen Online-Workshop Selbstmarketing für Freiberufler bei akademie.de mit der Bildungsprämie 2009 bezuschussen lassen können, der am 7. Januar 2010 beginnt, oder?
Ja, möglich ist das. Immer vorausgesetzt, die Teilnehmer erfüllen die Voraussetzungen und bekommen vor dem 31.12.2009 noch den Gutschein bewilligt.
Mit der Bildungsprämie 2010 geht das auf jeden Fall.
Ok, und was gilt ab 2010?
Da werden die Bedingungen noch attraktiver. Dann können Personen mit einem maximalen Jahreseinkommen von 25.600 € bzw. 51.200 € bei gemeinsamer Veranlagung den Prämiengutschein bewilligt bekommen.
Und der Förderhöchstbetrag beträgt dann 500 € pro Person pro Jahr.
Was ist sonst noch wichtig zu wissen?
Egal, ob Bildungsscheck oder Prämiengutschein – immer werden maximal 50 % der Fortbildungskosten übernommen. Die andere Hälfte müsst ihr auf jeden Fall selbst bezahlen.
Wichtig außerdem: Der Gutschein muss unbedingt noch vor der Anmeldung zur Fortbildung ausgestellt worden sein.
Und: Ihr könnt den Prämiengutschein nur auf genau eine Bildungsmaßnahme pro Jahr bekommen, den Bildungsscheck übrigens sogar nur alle zwei Jahre.
Ausgestellt werden die Gutscheine von bald 600 Beratungsstellen in ganz Deutschland.
Danke, Heike, für die vielen Tipps.
Also: Am effektivsten nutzt ihr den Prämiengutschein, wenn ihr euch eine Weiterbildungs-Maßnahme aussucht, die etwa 1.000 € kostet, euch dann von 'euer' Beratungsstelle den Gutschein holt und euch dann anmeldet.
Aber denkt dran: Nicht alles, was teuer ist, ist auch gut. Checkt sorgfältig, welche Weiterbildungsmaßnahmen ihr wahrnehmen wollt. Und holt euch am besten Meinungen von früheren Teilnehmern der Maßnahme ein, bevor ihr euch anmeldet.
Foto: Rainer Sturm, pixelio
Die Bildungsprämie wird viel zu wenig beworben. Viele Arbeitnehmer die einen Anspruch darauf hätten, wissen gar nicht, dass es sie gibt. So wird das Ziel, dass auch einkommensschwächere Bevölkerungsschichten sich weiterbilden nicht gefördert.
Die Arbeitnehmer sollten mehr Interesse zeigen, ihre Arbeitnehmer zu fördern. Es kommt ihnen ja auch zugute.
Ich musste leider feststellen dass viele Arbeitgeber die Bildungsprämie beantragen und auch bekommen. Aber leider nicht an ihre Mitarbeiter "weiterleiten". Es werden einfach "interne" (fake) Weiterbildungen abgerechnet!
Gruß Manne
Hey Manne, was du sagst ist komplett richtig! Aber unser Staat kann halt nicht alles überwachen, wir bewegen schon auf einen Überwachungsstaat hin! In gewissen Sachen muss der Staat einfach seinem Volk Vertrauen schenken und drauf hoffen das es nicht ausgenutzt wird!
Gruß Tim
Die Bildungsprämie ist z.T. völlig unbekannt. Schade. Es sollte einfach mehr in Anspruch genommen werden.