Textdieben auf der Spur
Ich hab's ja gestern versprochen: Heute stelle ich euch ein Tool vor, das textbroker.de gratis (!) zur Verfügung stellt und das ich ziemlich klasse finde:
Un.co.ver oder, beim ganzen Namen genannt: Unique Content Verifier (UCV).
Einmal auf dem Rechner installiert, könnt ihr mit ihm schön im Hintergrund ganze Web-Projekte mit sämtlichen Unterseiten auf Plagiate prüfen. Das heißt, UCV checkt im Internet, ob eure Texte auf andere Internetseiten kopiert wurden.
Ihr habt verschiedene Einstellmöglichkeiten, die sich wirklich einfach bedienen lassen: Ihr könnt genau festlegen, welche eurer Einzelseiten überprüft werden sollen und wie genau, d. h. anhand von wie vielen Stichproben welcher Textlänge die Suche stattfinden soll.
Werden Ergebnisse gefunden, könnt ihr selbst schauen, ob es sich bei der kopierten Stelle um ein korrektes Zitat (erlaubt – ja, eigentlich erwünscht) handelt oder ob da ein pöse-pöse-Textklauer am Werk war, der dann gehörig und gehörig teure Schimpfe bekommt.
Klasse an dem Tool finde ich besonders, dass es für den Plagiat-Check ganzer Blogs geeignet ist. Denn man kann mit einem Klick eine ganze Internetpräsenz mit allen Unterseiten prüfen lassen, auch wenn diese eigene URLs haben. Das aus SEO-Sicht Tolle an Blogs ist ja , dass jeder Beitrag eine eigene URL, eine eigene Adresse bekommt.
Kurzer Erklär-Exkurs:
Für die, die's nicht wissen, ein Beispiel: Der oben angeführte Artikel von gestern hat nicht etwa einfach die Adressehttp://berufung-selbststaendig.desondern seine eigene, noch ausführlichere Adressehttp://berufung-selbststaendig.de/2010/03/06/massentext-anbietern-eine-lanze-gebrochen/Unter SEO-Aspekten ist das richtig prima.
Für die meisten kostenlosen Möglichkeiten, Websites auf Plagiate zu checken, ist das allerdings doof.
Bei Copyscape zum Beispiel, dem wohl bekanntesten Online-Plagiat-Prüfprogramm, müsstet ihr jede einzelne URL jedes Blog-Artikels eingeben, um eurer ganzes Blog durchprüfen zu lassen. Klar, wenn man auf Bezahl-Versionen von Copyscape umsteigt, können auch ganze Web-Projekte in einem Rutsch geprüft werden, aber das ist nicht wirklich preiswert. Zumindest nicht gratis ;-)
Im Oberlehrer-Blog, über das ich übrigens den UCV gefunden habe, werden noch weitere Tools zur Plagiats-Suche vorgestellt, aber mir gefiel der UVC unter den kostenlosen Diensten am besten. Zumal ich sowohl online als auch offline ungestört weiterarbeiten kann, während UVC prüft. Schickes Tool.
Eine Liste kostenfreier und kostenpflichtiger Tools und Software zum Aufspüren von Plagiaten findet ihr übrigens auch bei Just Law.
Und Freund Google tut's im Einzelfall natürlich auch: Textstelle mit möglichst einzigartiger oder außergewöhnlicher Formulierung kopieren, ins Google-Suchfeld eingeben, Gänsefüßchen vorneweg und hintendran und ab dafür. Und dann nur noch im Interesse potenzieller Klauer wünschen, dass Google antwortet: Keine Ergebnisse für "[eure Textstelle]" gefunden.
Update: Ihr lieben Maccies, es tut mir echt Leid, aber un.co.ver gibt's bislang nur für Windows. Wendet euch also geballt an textbroker, damit sie's auch für Mac basteln…
Foto: Stefan Bayer, pixelio



07. Mrz. 2010 


























Och menno,
das hört sich so toll an, sollte sofort ausprobiert werden … und dann das: "Windows-Version". Man imaginiere mich (Mac-Userin) haltlos schluchzend!
Solltest Du aber je ein vergleichbares Tool aufspüren, das auch auf dem Mac läuft: immer her damit!
Liebe Grüße
Lilian
Tja, iss so wie oft:
Macs sind die besseren Rechner, aber wir PCler haben mehr Software zur Verfügung ;-)
Frag doch mal auf Twitter rum, da sind doch soooo viele Macler, die wissen bestimmt was…
Tja, leider, immer die gleiche Krankheit. Die WIN-Leute gucken halt nie über ihren Tellerrand – beschweren sich aber über die "arroganten und missionarischen" Mac-User. Ich suche auch schon lange nach einem solchen Tool und war gerade beim Lesen schon ganz hoffnungsfroh. Elke, Mönsch, Du!
Tom, mein Mitleid ist auf deiner Seite, aber so richtig hilfreich ist das sicher auch nicht. Schreib doch einfach mal an die textbroker-Leute, vielleicht stricken sie's ja auch für die Maccies…
Na ja, ich will auch nicht zu sehr meckern, die Maccies haben's da leicht ;–))
Auf meinem Mac läuft ja auch Parallels und darauf ein XP. Da habe ich jetzt das Textbroker-Proggie mal installiert und werde es nächste Woche mal ausprobieren.
Danke Dir für Deine Hinweise!
Danke für diese Aufstellung. Das spart eine Menge Arbeit. :-)
Ich habe mir mal das Tool von textbroker.de runtergeladen, da ich ab und an die Dienste von Textbroker auch nutze. Gestaunt hatte ich allerdings über den Service Copyscape, da dieser tatsächlich jemanden ausfindig gemacht hatte, der es sich mit der Contenterstellung für seine eigene Website etwas leicht machen wollte und den man beim Spicken erwischen konnte. Allerdings beide Tools decken nur auf, wenn man gegen den Textklau vorgehen möchte, dann muss man schon selbst aktiv werden.
Für Betriebssystemunabhängigkeit wäre übrigens immer ein javabasierendes Tool sinnvoll oder eben als Onlinedienst.
Zuerst einmal: Danke für den Tipp & das VG Wort PDF!
Plattform: Ich sehe Downloadangebote für Win, Mac & Linux. Installiert wird ein Javaprogramm.
CMS- bzw. Projekttipp: Entweder die ungezippte sitemap auswählen oder eine Archivseite, die alle jemals geschriebenen Artikel enthält. Rubrikseiten (Kategorien, etc.) sollte man natürlich händisch oder per Stopwörter entfernen.
Erstmal Danke für den Tip. Der eigentliche Grund meines Schreibens: Da das Tool inzwischen für Win, Mac und selbst Linux verfügbar ist, sollte man den Eintrag vielleicht mal updaten. Nicht jeder ließt die Kommentare. ;)