Montageservice-Kampagne – Ikea und die Kunst der Selbstironie

Jetzt fragt ihr euch, was die Frankfurter Küche, die ihr oben im Video seht, mit dem Montageservice von IKEA zu tun hat, oder? Eigentlich gar nichts. Außer, dass auch sie – im Original! – auf einer Ausstellung zu sehen war, die ich leider, leider verpasst habe:

FENOMEN IKEA im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, November 2009 bis Februar 2010:

Eine Ausstellung mit 250 Exponaten, darunter IKEA-Produkte aus sechs Jahrzehnten, Designklassiker von Thonet, Panton u.a., Arbeiten von Künstlern und Designern zu IKEA, die originale Frankfurter Küche von 1926 und das häufigste deutsche Wohnzimmer.

Und das Objekt auf diesem Foto (Quelle: W&V) war eben auch dort ausgestellt.

Was es damit auf sich hat? Es gehört zu einer mal wieder richtig schönen Kampagne von IKEA, die ich bei Werben & verkaufen gefunden hab:

Man kennt bei IKEA natürlich das Gejammer der zu Hause verzweifelt schraubenden Kunden – und nimmt es sich zu Herzen: Ein IKEA-Montageservice wird ins Leben gerufen. Der natürlich auch beworben werden muss, sonst kennt und bucht ihn ja keiner.

Und wie macht man das? Man spielt schmunzelnd mit dem eher negativ besetzten IKEA-Image, das besagt, es sei schwierig bis unmöglich, dessen Möbel richtig zusammenzusetzen. Ok, dann setzt man sie halt richtig falsch zusammen und nennt es Kunst. So what.

Und um die Kunst herum bastelt man gleich noch eine ganze Ausstellung. Perfektes Virales Marketing. Und tolles Reputationsmanagement. Zig Fliegen mit einer Klappe. Großartig.

Und was lernen WIR daraus?

Wenn ihr bezüglich eures Unternehmens mal was mitbekommt, was nicht so gut ankommt – es sollte natürlich kein echter GAU sein – dann überlegt doch mal, ob ihr damit nicht ein bisschen spielen könnt und mit einer selbstironischen Aktion/Kampagne den Kritikern den Mecker-Wind aus den Segeln nehmen und sie stattdessen zum Schmunzeln bringen könnt.

Das kommt auf jeden Fall allemal besser an, als Kritik totzuschweigen oder sich defensiv und mit dem Rücken an der Wand bierernst dagegen zu wehren.

Und ich finde, das ein prima Beispiel für Kerstins gerade laufende Blogprade: Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen.

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6 Kommentare zu “Montageservice-Kampagne – Ikea und die Kunst der Selbstironie”

  1. Liebe Elke,

    in Frankfurt gibt es eine ganze Siedlung, in der "Frankfurter Küchen" mit integriertem Bügelbrett und Gewürzboard verbaut wurden: http://de.wikipedia.org/wiki/Siedlung_R%C3%B6merstadt. Dort sind noch einige dieser voll durchgeplanten Küchen auf kleinstem Raum erhalten und ab und zu kann man diese besichtigen. Ich halte gerne die Augen auf nach Terminen ;o))

    Liebe Grüße aus einer Wohnung mit "Frankfurter Bad"
    Christa

  2. Die Qualität von Waren des Anbieters Ikea haben, wenn auch nur im Preis zu genommen, aber ansonsten von Haltbarkeit, Design und soweiter stets abgenommen.

    Bin absolut kein Fan von Ikea und versteh mittlerweile nicht, warum es soviele Massen zu dem Laden bewegt.

  3. @Christa Danke für den Link. Aber was ist ein 'Frankfurter Bad'?

    @Daniel Zu der Qualität der Waren kann ich nicht groß was sagen, mir sind Qualitätsverlust oder Preisanstieg bisher noch nicht aufgefallen. Hab aber in den letzten Jahren auch nicht viel dort gekauft (ist mir immer zu voll).

    Aber vielleicht liegt der Massenandrang ja auch daran, dass IKEA inzwischen sowas wie Kult ist?

    Aber mal weg vom Sortiment: Die Kampagne ist doch einfach Klasse, oder?

  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Bad
    Das ist ein Frankfurter Bad – Gerüchte besagen aber, dass es diese Bäder auch außerhalb von Frankfurt gibt. Ich finde es recht praktisch, da trotz kleinstem Raum Bad und Toilette getrennt sind!

    Einen schönen Samstag wünscht
    Christa

  5. Wenn man guenstig Moebel einkaufen muss, wie zum Beispiel eine Kueche, dann kann IKEA schon eine gute und guenstige Alternative sein, finde ich.

    In meinem eigenen Wohnzimmer allerdings habe ich seit ca. 3 Jahren versucht ganz konsequent alle Dinge, die ich von IKEA habe, auszusortieren und gegen schoene Moebel aus den 60ern und 70ern auszutauschen!

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