Mein heutiger Beitrag aus der Reihe Tipps für gute Online-Texte könnte auch betitelt sein: Langweilen Sie Ihre Leser nicht. Oder, etwas netter formuliert: Schreiben Sie so, dass Ihre Texte gern gelesen werden.
Klar, das A und O sind die Inhalte: Die sollen Lesern nützen, ihnen Mehrwert, neue Informationen, neue Anregungen bringen.
Voraussetzung, damit Ihre Inhalte das erreichen, ist aber, dass Ihre Texte gelesen werden.
Und welche Texte werden werden besonders gern gelesen? Genau: Die Texte, die unterhaltsam sind, sich leicht lesen lassen, flüssig, locker, sprachlich gewandt geschreiben sind.
Stilregeln gibt es eine Menge. Nach und nach stelle ich Ihnen viele hier vor.
Heute geht's aus aktuellem Anlass – nämlich ein ganz frisch gefundenes Tool – um diese Stilregel:
Verwenden Sie Synonyme.
Ein Synonym ist ein Wort, das in einem bestimmten Zusammenhang die gleiche oder sehr ähnliche Bedeutung hat wie ein anderes Wort. Es ist ein sinnverwandtes Wort. Das Wiktionary, dem ich die Definition entnommen hab, liefert auch gleich Beispiele:
"Apfelsine" ist ein Synonym für "Orange" und
"Kunde" ist eines für "Auftraggeber".
Inwiefern optimieren Synonyme einen Text stilistisch?
Er wird durch die Verwendung von sinnverwandten Wörtern abwechslungsreicher. Und so manches Synonym passt im jeweiligen Kontext einfach auch noch besser, noch genauer als das Ursprungswort.
Aber einfallen müssen Sie uns beim Texten, die 'Ersatzwörter'.
Und das klappt mal mehr, mal weniger gut. Freundlicher Weise gibt es inzwischen eine Menge Tools, die im Fall von 'weniger gut' helfend zur Seite stehen.
Manche werden schon mit anderen Applikationen mitgeliefert. In der Textverarbeitung Microsoft Word heißt das Helferlein Thesaurus und funktioniert sehr einfach: Wort markieren, rechte Mousetaste klicken und im Kontextmenü werden – zack – verschiedene alternative Formulierungen angezeigt, wenn Sie zu 'Synonyme' runterscrollen.
Und dann ist da ja noch das Internet. Da gibt's Synonymlexika en masse:
Für mich ganz neu, weil gerade erst gefunden, ist Sema[ta]gs – Synonyme & Semantische Tags. Das Besondere daran: Semags liefert nicht nur sinnverwandte und themenverwandte Wörter sondern gleich das Ranking von Google Search Insights dazu. Für die Suche nach dem passenden Wort in Ihrem Text können Sie also auch gleich mit einschätzen, wie relevant jedes Synonym gerade in den Suchmaschinen ist, wie oft also in letzter Zeit danach gesucht wurde. Und Semags gibt’s nicht nur deutschsprachig, sondern auch für englische, französische, italienische und spanische Texte.
Immer noch mein persönlicher Favorit im Alltag ist der Wortschatz der Uni Leipzig. Denn hier werden nicht nur Synonyme geliefert, sondern auch Bedeutungsgruppen nach Dornseiff, Beispiele für Satzzusammenhänge, typische linke und rechte Wortnachbarn. Eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Einziger Nachteil: Irgendwie kommt mir der dort gesammelte Wortschatz immer ein bisschen altbacken, antiquiert vor.
Macht aber nichts, es gibt genügend andere Synonym-Finde-Helferlein. Zum Beispiel:
OpenThesaurus. An diesem Tool finde ich richtig Klasse, dass man mit einem Klick "Wissen zu 'Suchwort' visuell mit eyePlorer.com erkunden" kann. Ein Klick und schon öffnet sich eine "visuelle Wissensmaschine" mit Assoziationen rund um das Thema des Suchworts. Aber Vorsicht: Beim Stöbern dort kann man sich vom Stöckchen ins Klötzchen vertüdeln…
Das Woxikon . Sehr schön dort: Dort gibt es außer Synonymen auch Antonyme, das sind Wörter, die das Gegenteil bedeuten – braucht man ja auch öfter)
Wie sagt man noch? ist ein weiteres großes Synonymlexikon und
der Synomizer noch eins. – Und, nein, der ist nicht von Google, auch wenn das Logo verdammt danach aussieht ;-)
Hihi, und dann hab ich eben noch ganz spezielles Synonym-Lexikon gefunden: das Warmduscher-Synonym-Lexikon, das ausschließlich Synonyme für 'Weicheier', 'Hochbett-Unten-Schläfer', 'Ampel-grün-Gänger liefert.
Foto oben: Sandor Somkuti, pixelio
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Tags:Marketing, Online-Text, Text, Tutorial














Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Ich bin ganz begeistert von "sematags.de" und werde mir hier mal ein paar Lesezeichen zu wirklich sinnvollen Hilfmitteln und Seiten setzen. Ich benutze bisher auch eher unsysematisch Synonyme, über Google mit "Begriff" – "Synonym". Gerade Begriffe wie "web 3.0." und Semantische Suchmaschinen, die eben nicht nur Begriffe, sondern ganze Ausdrücke und Fragen "verstehen", sollen in Zukunft die Informations-Suche im www erleichtern. Ich muss gestehen, dass mir die echten Anwendungsmöglichkeiten noch nicht greifbar scheinen, aber zumindest arbeitet man an neuen Verknüpfungen zwischen den Inhalten/Begriffen in Suchmaschinen.
hallo, das ist mal wirklich ein sinnvoller tipp. wer so viel schreibt wie ich, dem gehen die synonyme gerne mal aus und ich habe jetzt semags.de getestet. das ist sehr gut. bisher begnügte ich mich mit dem google adwords tool, diese variante ist aber deutlich bequemer und liefert tolle ergebnisse. DANKE!
Huhu Frau Fleing,
danke für die vielen Tipps. In meinem Schreib-Blog habe ich eben einen Hinweis drauf gemacht.
Viele Grüße
und ein schönes Wochenende
Gitte Härter
Moinsen, Frau Härter,
(waren wir nich schon beim 'Du'? – Egal) ui, prima, danke! Und ich hab auf diesem Weg auch gleich Ihr Schreibnudel-Blog entdeckt – und latürnich direkt in den Feedreader gepackt.
Ach! Natürlich sind wir per Du, Elke. Entschuldigung, im Morgentran ganz vergessen. – Schön mit dem Feedreader :-)
[...] Berufung Selbstständig gibt Elke Fleing regelmäßig Tipps zum Schreiben von guten Online-Texten. Im aktuellen [...]
Einen guten Onlinetext zu schreiben ist wirklich nicht einfach. Mit dieser Hilfe aber etwas leichter ;-)
Neben einer Keyworddichte von 1-4% und unique content ist LSO (Latent Semantische Optimierung) ein wichtiges Kriterium zur Erstellung eines guten, lesbaren Online-Textes.
Weitere Infos dazu gibt es unter:
http://www.content.de/lexicon/LSO-3.html
Das wird mir bei den anstehenden Hausarbeiten bestimmt helfen – oft ist es schwer, sich Synonyme einfallen zu lassen, wenn man nur an das Wort selbst denkt und eigentlich einen Text schreben will, statt über einzelne Wörter zu grübeln.
Ich habe bei Word ziemlich oft den Eindruck gehabt, dass mir die Synonymvorschläge nicht wirklich weitergeholfen haben – da finde ich die Angebote an externer Software und Internetadressen wesentlich besser.