Ich kann mich oft nur wundern, wenn ich mir die Websites besonders von großen Werbe-Agenturen ansehe:
Ist SEO ein unverständliches Fremdwort?
Sehr viele der Agentur-eigenen Websites sind noch immer komplett (!) in Flash umgesetzt. Wenn Text als Grafik zum Beispiel in Flash-Animationen hinterlegt ist, können Suchmaschinen ihn nicht lesen. Das ist schlecht, denn dadurch wird der Content von Suchmaschinen nicht erfasst, bei Suchanfragen zum entsprechenden Inhalt werden die User nicht auf die Sites der dahinter stehenden Agenturen hingewiesen. Als potenzieller Kunde einer solchen Agentur frage ich mich natürlich: Hm, ob die wohl auch nur ein bisschen Ahnung von Suchmaschinen-Optimierung haben? Will ich meine Online-Kommunikation von einer Agentur betreuen lassen, bei der ichmir dessen nicht sicher bin?
Mobile Kommunikation ist überbewertet?!
Wie im Fazit des Artikels Top-Agentur Websites und ihr Flash-Dilemma im Werbebogger angeführt, sperren fast die Hälfte der untersuchten großen Agenturen mobile Internet-Nutzer durch die ausschließlichle Verwendung von Flash komplett aus:
Die Mehrheit der überprüften Agentur-Websites setzt nach wie vor auf 100% Flash. 4 von 10 Agenturen bieten den mobilen Besuchern dabei keine Alternative. Apple iPad und iPhone-Nutzer können die Website schlicht nicht besuchen
Als potenzieller Kunde einer solchen Agentur würde ich mich auch wieder fragen: Hm, dort wurden anscheinend so manche Züge moderner Online-Kommunikation nicht gehört. Möchte ich meinen großen Etat wirklich von einer Agentur betreuen lassen, deren eigenes Angebot diese so wichtigen neuen Kommunikationsmedien nicht berücksichtigt? Und: Auf welchem Stand der Technik steht man dort überhaupt?
Content is King? Usability? – Aber doch nicht bei uns
Viele Websites großer Agenturen sind extrem unübersichtlich, verzichten ganz auf eine Navigation oder haben sie mit so vielen Deeplinks ausgestattet, dass die Internetpräsenz eher einem Irrgarten als einem übersichtlichen Informationsmedium gleicht. Texte in Form inhaltlich bereichernden Contents sind rar gesät. Das Gros der Texte – wenn sie denn als solche überhaupt auftauchen – sind recht marktschreierische Selbstbeweihräucherungen, der Informationsgehalt geht hart gegen Null.
Viel klicki-bunti, Hauptsache schick. Das ist eine auf mich unprofessionell wirkende Umkehrung des weisen Satzes: Form follows function, was so viel heißt: Das Design, das Aussehen hat der Funktionalität zu folgen.
Märkte sind Gespräche? WIR sprechen – das reicht
Diskussionsmöglichkeiten, gar Animation zum Dialog? Spannende Blogs? Bereichernde Twitter-Accounts? Selten vorhanden, wenn, dann ziemlich versteckt und recht lieblos gepflegt. Als potenzieller Kunde würde ich mir wünschen, dass in großen Agenturen die Vorreiter im Social Web sitzen, damit sie mich und mein Unternehmen erfolgreich in diese neue Welt des Online-Austauschs begleiten können.
Ich weiß nicht, was das soll. Bei mir bekommen solche Sites nicht die Bewertung 'Boah, totaaaal kreativ, ey' sondern: 'Hmmmmh, absolut nicht zuende gedacht: Für mobile Nutzer gar nicht erreichbar (schlechte Accessibility), unter SEO-Gesichtspunkten dilettantisch, für mich als User eine Zumutung und als Diskussionspartner fühle ich mich nicht ernst- und wahrgenommen.
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Tags:Agentur, Flash, Mobile Website, Online-Kommunikation, SEO, Website, Webtext















Naja, was man aber beachten sollte ist, dass Apple diese Webseiten ja aussperrt. Apple möchte kein Flash auf seinen Geräten zulassen und lässt somit auch keine Webseiten zu die nur in Flash geschrieben sind. Das hier dann natürlich die Programmierer der Webseiten erst einmal nachhol bedarf haben ist klar, das Entschuldigt aber natürlich nicht den fehlenden Content.
Ja, aber DASS Apple Flash aussperrt, wissen wir nicht erst seit gestern. Und dass Flash unter SEO-Aspekten Riesenschrott ist, nicht erst seit vorgestern.
Und besonders die großen Kommunikationsagenturen sollten ihre Sites doch eigentlich am Puls der Zeit halten, oder?
Das klingt erst einmal ganz alles ganz richtig, aber wer sucht denn schon eine Agentur der Größenordnung am Handy, über Google oder gar beides? Die Marketingchefs von VW, Siemens oder Sony vielleicht eher nicht …
Huhu Tina, darum gings mir auch gar nicht. Natürlich suchen Großunternehmen ihre neue Agentur nicht über Google – und schon gar nicht die Top-Player unter den Agenturen.
Aber ich finde, die großen Agenturen könnten und sollten mit ihren eigenen Sites ein Best-Practice-Beispiel liefern, was heutzutage in Sachen Online-Kommunikation a) State of Art und b) möglich ist.
MIR sind die Sites fast alles viel zu ausschließlich auf schick anzuschauendes Design ausgelegt. Und das ist eben längst (!) nicht alles, was Online-Kommunikation leistet.
Ok, klar, das ist ein relevanter Aspekt. Ich hab andererseits persönlich großes menschliches Verständnis dafür, wenn man über viele Jobs nicht dazu kommt, die eigene Präsenz zu aktualisieren und als vielbeschäftigter Schuster selbst mit gestrigen Schlappen rumläuft.
Und SEO können große Agenturen durchaus vernachlässigen. Da viele von denen sich als Kreativagenturen positionieren, mit ihren Referenzen als größtes Kapital, ist auch der Fokus auf Design und Kreativität verständlich. Aber ich geb zu, ich hab mir die aktuellen Seiten auch nicht angeschaut, keine Zeit. ;-)
Ich vertraue aber auch darauf, dass sich besonders gute Beispiele rumsprechen, die Seiten von Kolle Rebbe und Philippundkeuntje fand ich früher klasse, Jung von Matt mit der Pferdegeschichte enttäuschend – ebenso wie all die Agenturen, die da immer so ganz ganz neue Philosophien vorschieben … Ich erinnere mich da an Pseudomethodengespinste wie inside driven thinking und through the line acting. ;-)
Ich kann Ihrem Beitrag nur beipflichten. Die Mängel von den grössen Agenturen beginnen wie oben beschrieben mit SEO, gehen über langweilige Texte (Wir sind die führende ….) über mühsames Design (graue Schrift auf schwarzem Hintergrund) bis zu Webseiten mit hunderten von HTML-Fehlern.
Obwohl grössere Agenturen viel mehr Spezialisten in den eigenen Reihen haben müssten, kommen die guten Auftritte doch eher von kleinen Agenturen, die viel Herzblut investieren.
ja interessanter Beitrag. Ich kann gut nachvollziehen, was Tina sagt und finde, es hat auch einen gewissen Charme, wenn eine Agentur bewusst auf jegliches SEO verzichtet. Es ist ja wichtig, sich auf wenige, dafür effiziente Maßnahmen zu konzentrieren und solche Firmen machen das auf Ihre Art vor, indem sie solche Sachen völlig ignorieren. Ich finde das mutig, pragmatisch und fokusiert. Ich kenne z.B. auch Websites, die total schlecht designt sind. Der Inhalt aber ist so gut, dass ich trotzdem nicht an diesen vorbeikomme. Manchmal kann ich dann nur den Kopfschütteln, andererseits finde ich es eben auch spannend, dass diese Websites wirklich Kernkompetenz beweisen durch die Ausklammerung bestimmter Themen.